Salzburger GehörlosenvereinSchopperstrasse 21, 5020 Salzburg Telefax: +43 (0) 662 45 16 42E-Mail: satav@gehoerlose-salzburg.atGegründet 1899ZVR-Zahl: 356143892 Im Jahre 1899 gründete der gehörlose Tischlermeister Hans Fill den damaligen Salzburger Taubstummenverein „SATAV“ mitdem Ziel, den Salzburger Gehörlosen und Sprachbehinderten in erster Linie soziale Hilfe, ferner die Gemeinschaft unterSchicksalsgenossen und damit Freude und neuen Lebensmut zu geben. Er schuf damit für die Salzburger Gehörlosen dasGefühl der Geborgenheit, das Gefühl nicht mehr allein in der Isolation zu leben und in allen Lebenslagen Rat und Hilfe zufinden. Hans Fill ist auch der Begründer des Erholungsheimes der Salzburger Gehörlosen „Bergfriede“ in Gfalls bei Elsbethen. DiesesHaus wurde auf seine Initiative 1933-1934 erbaut. Die damaligen Mitglieder haben in Ermangelung einer Fahrstraße, die esdamals noch nicht gab auf ihrem Rücken das Baumaterial hinaufgetragen und damit einen unglaublichen Opferwillen zurSchaffung eines eigenen Heimes bewiesen. „Bergfriede“ hat in den nun 74 Jahren seines Bestehens unzähligenSchicksalsgenossen Freude und Erholung geschenkt.Im Jahre 1965 musste das Dach dieses Hauses abgetragen werden, da sich Termiten dort angesiedelt hatten. Da inzwischen das Heim viel zuklein geworden war, beschloss der Verein, zugleich mit der Erneuerung des Daches einen Erweiterungsbau durchzuführen. Dazu warenerhebliche Mittel erforderlich, die wir in Form von Kredit bei der Salzburger Sparkasse erhielten. Unsere Mitglieder haben in diesen Jahren aufvieles verzichtet, um diese Kreditschulden möglichst, rasch abtragen zu helfen. Es konnten keine Exkursionen auf Kosten des Vereinesdurchgeführt werden und die Weihnachtsgeschenke fielen klein und bescheiden aus. Freiwillig wurden die lnstandhaltungsarbeiten für das Heimohne jegliche Kostenaufwendungen durchgeführt. So manches Mitglied opfert noch heute seine Freizeit dafür. An dieser Stelle wollen wir ganzbesonders unserer Frau Hilde Huttegger gedenken, die nun auch nicht mehr unter uns weilt, und die viele Jahre unter Hintansetzung ihrereigenen Interessen als Heimmutter das Haus „Bergfriede“ betreut hat. Nicht zu vergessen ist die langjährige treue Mitarbeit der Frau AmaliaMusil, die zusammen mit ihrem Mann in den schweren Nachkriegsjahren von 1946 bis 1953 das Haus „Bergfriede“ wieder in die Höhe brachte,nachdem es im Krieg stark vernachlässigt wurde.Der SATAV überstand die Wirren des Ersten und Zweiten Weltkrieges immer unter Führung des nunmehr viel ältergewordenen Hans Fill, bis er im Jahre 1947 von dieser Erde abberufen wurde. Sein Name steht in goldenen Lettern in derGeschichte unseres Vereines. Nach seinem Tode übernahm Michael Strutzenberger, Parkettlegemeister, die Geschicke des SATAV. Leider starb er nach eineinhalb Jahren und ließ den SATAV abermals verwaist zurück.Diesmal wählten die Mitglieder des SATAV eine Frau zu ihrem Obmann. Von 1949 bis 1977, alsonahezu dreißig Jahre lang, stand Frau Ida Stadler an der Spitze des Ausschusses unseres Vereines.Mit Scharfsinn, Humor, Witz und einem unendlich guten Herzen lenkte sie die Geschicke derSalzburger Gehörlosen, die im Gehörlosenverein zusammengeschlossen sind. Im Jahre 1954 erwuchsihr in Fräulein Rosemarie Schmidt, später Frau Rosemarie Davidek, eine bewährte Helferin für alleschriftlichen und dolmetscherischen Arbeiten. Hinzu gesellte sich im Jahre 1959 der junge RaimundGaller, Angestellter der Salzburger Stadtwerke, mit seiner jungen Kraft. Im Laufe der Jahre wuchs er zueiner überaus großen Stütze für Obfrau Ida Stadler heran, um dann die Kassengebarung als Revisor zukontrollieren und die kommerziellen Arbeiten zu übernehmen. Die Seele des SATAV war aber Obfrau Ida Stadler, bis sie derTod am 31. Dezember 1977 unerbittlich aus unseren Reihen riss und sie von einem schweren, mit größter Tapferkeitertragen Leiden erlöste. In Dankbarkeit gedenken wir ganz besonders an diese großartige Frau, die so unendlich viel für das Weiterbestehenunseres Vereines und das Wohl seiner Mitglieder getan hat.Nach dem Tode von Frau Ida Stadler nahm Herr Raimund Galler das Ruder des abermals verwaisten SATAV-Schiffes in seine ander Seite von Frau Ida Stadler erfahren gewordenen Hände und führte es im Sinne seiner Vorgänger als Obmann bis 1996 sehrbeispielhaft und sicher. Ganz besonderes Augenmerk galt dem Erholungsheim „Bergfriede“, das Frau Ida Stadler allen Mitgliederndes SATAV in den letzten Tagen ihres Lebens ganz besonders ans Herz gelegt hatte.So wurde die Trinkanlage erneuert, eine neue Terrasse ist entstanden, die Küche wurden mit modernen Möbeln ausgestattet, undseit einigen Jahren verfügt „Bergfriede“ auch über einen Telefonanschluss mit Fax, sodass auch für Besucher von „Bergfriede“Anschluss an die übrige Welt besteht. Inzwischen wurde auch der Parkplatz vor „Bergfriede“ neu umzäunt und eine neueGerätehütte wurde erbaut, die feierlich „Mundi-Hütte“ getauft wurde. All das hat viele Sorgen und vor allem Geld gekostet. Aberdank der guten und sparsamen Führung wurden alle diese Schwierigkeiten überwunden.Wegen Überlastung durch seine Arbeit im Verband der Gehörlosenvereine im Lande Salzburg der Gehörlosenvereine im LandeSalzburg legte Raimund Galler schweren Herzen 1996 seine Funktion als Obmann nieder. Vorstand und Mitglieder wähltenübereinstimmend Raimund Galler als (1996-2006) Ehrenobmann.In der Zwischenzeit wurde im Jahr 1997 der alte Kachelofen abgetragen und durch einen neuen ersetzt. Jetzt ist es gemütlichwarm in der Stube. Auch wurden 1998 die Zufahrtsstraße und der Parkplatz neu asphaltiert. An dieser Stelle möchten wir derStadt und dem Land Salzburg unseren Dank aussprechen für die finanziellen Hilfen und die Unterstützung, die sie immer wiederzuteil werden ließen.Seit vielen Jahren hat die Familie Selner als Heimleiter gerne ihre Freizeit geopfert um es den Gästen von„Bergfriede“ so schön und gemütlich wie möglich zu machen. Nach dem Ableben von Herrn Ferdinand Selnerbetreute seine Frau Albertine alleine das Haus und seine Gäste weiter. Inzwischen haben diese Funktion neben FrauAlbertine Selner, Frau Elisabeth Lohfeyer und Frau Erika König übernommen und Gäste und Besucher sind gernewillkommen. Eine Anmeldung beim Salzburger Gehörlosenverein ist aber sinnvoll, weil „Bergfriede“ nicht immerdurch die Heimleiterinnen besetzt ist.Seit 1960 gehört der SATAV dem damals neugegründeten Verband der Gehörlosenvereine im Lande Salzburg an, an dessenSpitze damals der nunmehr pensionierte Optikermeister Gerhard Schmidt aus Puch bei Hallein stand. Seiner Initiative,gemeinsam mit seinem Schwager, unserem leider viel zu früh verstorben, unvergesslichen Fürsorgebeirat Ing. LeopoldDavidek, verdanken wir das Entstehen des Kulturzentrums der Salzburger Gehörlosen, in dem der SATAV endlich seine Heimatgefunden hat, eine Insel der Geborgenheit für viele Schicksalsgenossen. An dieser Stelle ist es uns Verpflichtung, noch einenbesonderen Dank auszusprechen. Am 24. April 1983 hat der Gehörlosenverein Salzburg in seiner außerordentlichen Generalversammlung die freiwillige Auflösungseines Vereines beschlossen. Gleichzeitig wurde beschlossen, dem Erholungsheim „Bergfriede“ die Hälfte des zu Zeit derAuflösung vorhandenen Vermögens zu übergeben. Dem inzwischen verstorbenen Obmann Ignaz Musil und seiner Gattin Amalia, die ihm inseiner Vereinsarbeit, aber auch in der Sozialarbeit viele Jahre eine zuverlässige und fleißige Helferin war, sei an dieser Stelle für die großzügigeÜberweisung von ganzem Herzen gedankt. Im Jahre 1985 beschlossen der Ausschuss des SATAV und seine Mitglieder, den Vereinsnamen SATAV in „Salzburger Gehörlosenverein“umzubenennen. Zum heutigen Zeitpunkt zählt der Salzburger Gehörlosenverein an die 150 Mitglieder.Hans FillMichaelStrutzenbergerIda StadlerRaimund GallerGerhard Schmidt † Ehepaar SelnerDIE CHRONIK DES VEREINESUNSERE OBMÄNNER UND OBFRAU VON 1899 BIS HEUTE1899 - 1945 Hans Fill1945 - 1946 Johann Brandauer1946 - 1947 Hans Fill1947 - 1949 Josef Mack1949 - 1949 Michael Strutzenberger1949 - 1955 Ida Stadler1955 - 1956 Gerhard Schmidt1956 - 1977 Ida Stadler1978 - 1996 Raimund Galler1996 - 1998 Ferdinand Selner1998 - 1998 Robert Strauß1998 - 2000 Matthias Egger (Stellv.)2000 - 2004 Matthias Egger2004 - 2006 Georg Horngacher seit 2006 Raimund GallerENDEKurz nach der Gründung beim 1. Stiftungsfest im Jahre 1900